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Nationalpark im Schwarzwald


Seit mehr als 20 Jahren wird im Schwarzwald über die Einrichtung eines Nationalparks gestritten. Während sich Umwelt- und Naturschützer seit zwei Jahrzehnten für das Projekt stark machen, gibt es in der betroffenen Region auch massive Bedenken. Die lokale Holzindustrie fürchtet um ihr Geschäft. Anwohner wollen keine Einschränkungen hinnehmen. Bei den Hoteliers hingegen ist die Stimmung positiv. Momentan sind Experten am Zug. Sie arbeiten für ein Gutachten Argumente aus, die für und gegen das Projekt sprechen.

Die Idee zum Nationalpark Schwarzwald wurde vor 22 Jahren geboren

Die Vorgeschichte: Von einem ‚Nationalpark Schwarzwald‘ war das erste Mal in den frühen 1990er Jahren die Rede. Der Naturschutzbund Baden-Württemberg brachte den Vorschlag damals in die politische Debatte ein. Gegen den Widerstand von Teilen seiner eigenen Partei hat CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel das Projekt allerdings zu Fall gebracht. Im Jahr 2010 wurden die Pläne wieder aus der Schublade geholt. In Baden-Württemberg regiert mittlerweile eine Grün-Rote Koalition. Die Landesregierung steht dem Projekt positiv gegenüber, macht ein Ja allerdings von der Stimmung in der örtlichen Bevölkerung abhängig.

Naturschützer und Hoteliers machen sich für das Projekt stark

Diese Stimmung in der Bevölkerung ist durchaus kontrovers. Die Befürworter haben sich in einem Verein mit dem Namen ‚Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald‘ mit Sitz in Baiersbronn organisiert. Unterstützt werden sie von Umweltorganisationen, wie beispielsweise dem Naturschutzbund, der das Projekt vor vielen Jahren angeregt hatte.
Auch der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist der Nationalpark ein Anliegen. Die Aktivisten sammeln in nahegelegenen Städten Unterschriften für den Nationalpark. Die Argumente der Befürworter zielen freilich in erster Linie auf den Umweltschutz ab. Für den Erhalt des Naturjuwels Schwarzwald sei es sehr wichtig, dass sich die Biologie auf einer größeren Fläche ungestört entwickeln kann, argumentiert die Naturschutzorganisation BUND.

Die Befürworter greifen aber auch auf wirtschaftliche Argumente zurück. Ein Nationalpark würde Touristen anziehen, die Geld in der Region ausgeben werden. Viele Hoteliers der Region, Infos auch unter http://www.schwarzwald-informationen.de/ stehen dem Projekt daher auch positiv gegenüber.

Die Gegner: Sägewerke fürchten um ihr Geschäft

Die Gegner des Nationalparks haben inzwischen mehr als 10 Interessensgemeinschaften gebildet. Angeführt werden die Gegner von der lokalen Holzindustrie. Dass europaweit der Holzbedarf steigt, sei eine wirtschaftliche Chance für die Region. Wenn eine große Fläche im Schwarzwald nicht bewirtschaftet werden darf, würde man sich sozusagen selbst den Geldhahn abdrehen, sagen die Gegner.

Auch in der betroffenen Gemeinde Forbach haben sich Bürger organisiert, um gegen den Nationalpark zu kämpfen. Sie fürchten Einschränkungen. Sollten die angrenzenden Wälder zu Nationalpark-Gebiet erklärt werden, dürften die Anwohner dort nicht mehr jagen oder Brennholz schlagen. Selbst Beeren sammeln wäre nicht mehr erlaubt, so warnt der Bürgermeister der Gemeinde.

Alle warten auf das Gutachten

Klar ist, dass es noch dauern wird, bis eine Entscheidung über einen Nationalpark Schwarzwald fallen wird. Ein Expertengremium versucht in einem Gutachten mehr als 2000 Fragen zu beantworten, die im Rahmen einer Konferenz im Herbst 2011 gestellt wurden. Erst nach Vorliegen des Gutachtens wollen die zuständigen Landespolitiker die nächsten Schritte setzen.

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